Direkt-Suche nach Produkten und Services:
Inhalt:
Eine Bank gegen die Not
Die Volksbank in Hegensdorf feiert ihren 100. Geburtstag
Rund 100 Jahre ist es her, dass sich Hegensdorfer Bürger zusammenschlossen und ihre „Volksbank" gründeten. Bank und Bürger feierten diesen runden Geburtstag gemeinsam im Jägerhof Nacke und ließen sich von Bankvorstand Karl-Heinz Hemsing und dem Hegensdorfer Heimatvereinsvorsitzenden Heinz Lummer mitnehmen auf eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert, folgten den bekannten und unbekannten Geschichten rund um die Gründung des „Spar- und Darlehnskassenvereins" in Hegensdorf.
„Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage verließen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts 100 von 650 Hegensdorfern ihre Heimat und wanderten aus – ein gewaltiger Aderlass", berichtete Karl-Heinz Hemsing. Aber nicht nur kleinere Bauern waren betroffen, auch für die größeren Betriebe konnte nach einer Missernte schnell die Schuldenfalle zuschlagen. „Auch in Hegensdorf erkannte man damals, dass es nur mit mehr Solidarität und Eigeninitiative zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort kommen konnte", so der Bankvorstand.
Der Spar- und Darlehnskassenverein
Am 27. März 1904 gründeten deshalb 34 Hegensdorfer Bürger ihren Spar- und Darlehnskassenverein. Zur Gründung der neuen „Kasse" schrieb der Protokollführer kurz und knapp: „Der Zweck des Vereins ist zur bequemeren Geldanlage und der Bezug landwirtschaftlicher Bedarfsartikel.“ Zum ersten „Rendanten" der neuen Bank wurde der Schmied Franz Schäfer gewählt, der sein Amt 28 Jahre lang ausübte. „Die Kasse war in einem kleinen Raum im Wohnhaus von Franz Schäfer untergebracht. In der guten Stube übte der Rendant die Bankgeschäfte aus", berichtete Heinz Lummer, der aus der Gründungszeit zahlreiche historische Fotos zusammengetragen hat.
Erfolgreiche Arbeit ...
Bereits zwei Jahre nach der Gründung, im Jahr 1906, hatte sich die Zahl der Mitglieder fast verdoppelt. In dieser Zeit wurde auf dem Hof des Landwirts Johannes Kersting auch ein kleines Warenlager für landwirtschaftliche Produkte eingerichtet. 1937 konnte die Scheune des Pastorats angepachtet werden. Gleichzeitig wurde eine Getreidereinigungsanlage mit Beizvorrichtung angeschafft. Von diesem Zeitpunkt wurde hier auch das Warenlager betrieben.
Die erfolgreiche Arbeit der Bank erlitt jedoch während der Weimarer Inflationszeit einen herben Rückschlag. 1924, nach der Währungsreform und der Einführung der „Rentenmark", startete die Bank mit einem Guthaben von gerade einmal 50 Goldmark. Der Wiederaufbau in den „goldenen Zwanzigern" gelang den Hegensdorfern schnell, 1931 waren die Einlagen auf 408.000 Reichsmark angewachsen. Im folgenden Jahr übernahm Fritz Reymann das Rendantenamt, das er dann bis 1951 ausübte.
Neuanfang
Mit der Währungsreform 1948 begann auch für die Spar- und Darlehnskasse in Hegensdorf eine neue Ära. Die Bedeutung als Partner in allen finanziellen Angelegenheiten wuchs in der Nachkriegszeit ebenso, wie das traditionelle Warengeschäft für landwirtschaftliche Produkte. 1962 wurde ein eigenes Gebäude für die „Kasse" gebaut, gefolgt von einem Warenlager im Jahr 1968. Seitdem ist die Bank auch durch Fusionen weiter gewachsen: 1971 fusionierte sie mit der Spar- und Darlehnskasse Steinhausen. Fünf Jahre später ging Steinhausen mit der Volksbank Büren, der heutigen Volksbank Büren und Salzkotten, zusammen. Auf die letzten Jahrzehnte Bankgeschichte kann auch der ehemalige langjährige Filialleiter Günther Brinkmöller zurückblicken, der bereits 1959 vom damaligen Rendanten Anton Kaiser die Geschäftsführung der Kasse übernahm. Bankvorstand Karl-Heinz Hemsing und Heinz Lummer würdigten die Leistungen von Günther Brinkmöller, der in seiner fast vierzigjährigen Tätigkeit für die Volksbank in Hegensdorf maßgeblich die erfolgreiche Entwicklung beeinflusst habe.
Den genossenschaftlichen Traditionen fühlt sich auch Klaus Danne verpflichtet, seit rund zwei Jahren Filialleiter in Hegensdorf: „Die Geschichte dieser Bank ist eng mit Hegensdorf und seinen Menschen verbunden. Diese Verbundenheit möchten wir auch in der Gegenwart wahren und weiter fortsetzen."









