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Die Bank kam direkt nach dem Pastor

100 Jahre Volksbank Leiberg

100 Jahre Leihberg
In dem Haus von Anton Sprenger war die Spar- und Darlehenskasse von 1903 bis 1924 untergebracht.
Das Bild zeigt den 1. Rendanten (rechts) vor dem Haus.

Der Spar- und Darlehnskassenverein

Die Geschichte der alten Leiberger Spar- und Darlehenskasse ist eng mit der Entwicklung des Ortes verbunden. Schon bei der Gründung der „Kasse“ im März 1903 waren 43 Leiberger aktiv. Neben dem Leiberger Vikar Richter machten sich mehrere kleinere Handwerker und Ackerwirte (Bauern), Schäfer, Arbeiter und Tagelöhner für eine neue Form des Geldinstituts stark, das von der Mitbestimmung der Mitglieder geprägt wurde.

Zum ersten Rendanten wählten die Mitglieder des Spar- und Darlehenskassenvereins Anton Sprenger, der über 20 Jahre sein Amt ausübte. Die Bank wurde in einem kleinen Raum im Wohnhaus von Anton Sprenger untergebracht. „Abends nahm er dann die Geldkassette mit in sein Schlafzimmer“, berichtet der Leiberger Ehrenbürgermeister Fritz Dören, der sich mit der Geschichte Leibergs und auch der Bankgeschichte bestens auskennt.

Eine Erfolgsgeschichte ...

Die junge Bank gab wichtige Impulse: Bereits 1906 wurde im Schuppen der Familie Sprenger ein Warenlager für landwirtschaftliche Produkte eingerichtet. „Die Belebung des Ortes erfolgte durch die Kasse. Für die Menschen hier kam die Bank direkt nach dem Pastor,“ erzählt Fritz Dören schmunzelnd.
Diese Entwicklung setzte sich fort, immer mehr Menschen interessierten sich für den Spar- und Darlehnskassenverein. Bis 1913 waren 67 Teilhaber registriert. In diesem Jahr hatte auch die alte Geldkassette ausgedient, ein feuersicherer Geldschrank wurde angeschafft. Dieser sechs Zentner schwere Tresor, der in Paderborn hergestellt wurde, steht bis heute im Hause der alten Bank.
Die erfolgreiche Arbeit der Bank erlitt jedoch während der Weimarer Inflationszeit einen herben Rückschlag. Entmutigt von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung gab Anton Sprenger sein Rendantenamt auf. Sein Nachfolger Heinrich Drewer wurde 1924 zum neuen Rendanten gewählt. In diesem Jahr startete die Bank mit einem Guthaben von gerade 6,80 Mark. Der Wiederaufbau in den "goldenen Zwanzigern" gelang jedoch schnell, 1931 waren die Einlagen wieder auf 66.092 Reichsmark angewachsen. Die „Kasse“ wurde jetzt im Wohnhaus der Familie Drewer an der Hauptstraße untergebracht. Dort blieb sie dann für fast drei Jahrzehnte bis zum Jahr 1962. „Diese Familie hat die Geschichte der Bank mitgeprägt“, berichtet Fritz Dören. Denn als Heinrich Drewer 1935 sein Amt aufgab, wählten die Mitglieder seinen Sohn Franz für diese verantwortungsvolle Aufgabe, die er dann bis zu seinem Tod im Jahre 1962 ausübte.

Ein verlorener Schlüssel ...

Während des 2. Weltkrieges übernahm Maria Fetzig bis 1947 die Bank für den einberufenen Franz Drewer. Im letzten Kriegsjahr ging bei einer Kaffeetafel für zwei Tage der Tresorschlüssel verloren, den wohl ein Gast versehentlich eingesteckt hatte. Fritz Krois und Fritz Rustemeier übernahmen – mit Flinten bewaffnet – die Bewachung des Geldschranks, um eventuelle Diebe abzuschrecken.

Neuanfang

Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus und dem Ende des 2. Weltkrieges begann mit der Währungsreform 1948 auch für die Spar- und Darlehnskasse eine neue Ära. Die Bedeutung als Partner in allen finanziellen Angelegenheiten wuchs in der Nachkriegszeit ebenso, wie das traditionelle Warengeschäft für landwirtschaftliche Produkte. Nach dem Tod des Rendanten Franz Drewer, der fast drei Jahrzehnte lang für die Leitung der Bank verantwortlich war, plante man den Bau einer neuen Geschäftsstelle. 1964 wurde dann die neue „Kasse“ neben das Warenlager gebaut. Seitdem ist die Bank auch durch die Fusionen weiter gewachsen: 1972 fusionierte sie mit der Spar- und Darlehnskasse Steinhausen. Fünf Jahre später ging Steinhausen mit der Volksbank Büren zusammen.
Auf die letzten Jahrzehnte Leiberger Bankgeschichte kann auch der jetzige Filialleiter Heribert Schmidt zurückblicken. Er begann schon im Sommer 1970 in Leiberg seine Ausbildung: „Die Geschichte dieser Bank ist eng mit Leiberg und seinen Menschen verbunden. Diese Tradition der Verbundenheit möchten wir auch in der Gegenwart wahren und weiter fortsetzen.“ Noch heute werden viele Beratungsgespräche in der Volksbank Leiberg auf Platt geführt.





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